Beobachtungstipp

Ideale Sichtbarkeitsbedingungen für Saturnmonde

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Die Zeit der Ringpassage ist für die Beobachtung der Saturnmonde ausgesprochen günstig. Viele der kleineren Monde befinden sich dem Ring sehr nahe und werden von seinem Licht leicht überstrahlt. Während der Passage stört der nun „unsichtbare“ Ring die Beobachtung nicht. Außerdem führt der günstige Blickwinkel auf die Äquatorebene zu Saturnmonderscheinungen, wie sie von den vier hellen Monden des Jupiters bekannt sind. Während enge Konstellationen zwischen den Monden relativ leicht zu sehen sind, bleibt die Beobachtung von Verfinsterungen, Bedeckungen, Durchgängen oder Schattenwürfen nur den Besitzern sehr großer Teleskope vorbehalten, denn die Saturnmonde sind, mit Ausnahme von Titan, allesamt kleiner als die Galileischen Monde des Jupiter und zudem noch deutlich weiter entfernt. Allenfalls Titan verursacht Schattenwürfe, die bei günstigen Seeing-Bedingungen schon mit moderaten Teleskopöffnungen zugänglich sind.

In diesem Jahr wird die Sonne am 10. August die Ringebene kreuzen. Sie wandert dabei von der Süd- auf die Nordseite. Damit endet der Sommer auf Saturns Südhalbkugel und der Nordsommer beginnt. Am 4. September folgt die Erde der Sonne auf die Nordseite der Ringebene. Die Zeit von Mitte August bis Anfang September 2009 ist damit die interessanteste Zeit zur Beobachtung der Saturnringpassage – leider steht der Planet dann am Taghimmel und ist nur sehr schwierig zu beobachten. Seine Konjunktion mit der Sonne erreicht er am 17. September, damit schrumpft sein Winkelabstand zum Tagesgestirn von rund 32° am 10. August auf nur noch 11° am 4. September. Am ehesten lässt sich der ringlose Saturn also am Tag der Sonnenpassage beobachten, das Aufspüren des 1,1 Größenklassen hellen Planeten in der noch hellen Abenddämmerung ist aber eine Herausforderung. Zwar kann man den Planeten mit geeigneten Teleskopen auch am Taghimmel beobachten, wegen seiner Nähe zur gleißend hellen Sonne ist aber größte Vorsicht geboten – schon ein kurzer Blick auf die Sonne durch ein nicht mit einem Filter ausgestattetes Teleskop wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Augenlicht kosten! Solche Tagbeobachtungen sollten daher nur versierte Amateurastronomen durchführen.

Die letzte Saturnringpassage fand im Jahr 1995 statt, die nächste ereignet sich am 23. März 2025. Weil die Saturnbahn, wie alle Planetenbahnen, eine Ellipse ist, und sich die Planeten gemäß den Keplerschen Gesetzen in der Sonnennähe schneller bewegen als in Sonnenferne, sind die zeitlichen Abstände zwischen den Passagen unterschiedlich lang: entweder 13 Jahre und neun Monate oder 15 Jahre und neun Monate. Leider befindet sich der Ringplanet auch 2025 während der Passage wieder am Taghimmel – wir müssen noch bis 2039 warten, bis wir wieder eine Saturnringpassage unter günstigen Bedingungen am Nachthimmel verfolgen können!

Jan Hattenbach ist Physiker und freier Wissenschaftsjournalist in Aachen.
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